Das Polizeipräsidium Stuttgart hat die Größe eines mittelständischen Unternehmens und ist mit rund 2.600 Beschäftigten eine der größten staatlichen Dienststellen des Landes Baden-Württemberg.
Rund 2.200 Beamtinnen und -beamte der Schutz- und Kriminalpolizei gewährleisten die Sicherheit in der Landeshauptstadt.
Rund 400 Verwaltungsbeamte, Angestellte und Arbeiter sind für die Verwaltung und die Logistik zuständig.
Die Stuttgarter Polizei ist für die Landeshauptstadt Stuttgart zuständig. Hier leben auf einer Fläche von 207 Quadratkilometern fast 600.000 Menschen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Stuttgart die sechstgrößte Großstadt in der Bundesrepublik.
Täglich kommen rund 770.000 Pendler nach Stuttgart, so dass an einem normalen Werktag über 1,3 Millionen Menschen in der Landeshauptstadt sind.
Die Beamtinnen und Beamten der Polizeireviere, der Dezernate der Kriminalpolizei und vieler anderer Polizeidienststellen sorgen rund um die Uhr für eine bürgernahe Polizeiarbeit.
Chronik der Stuttgarter Polizei
Stuttgarts kommunale Polizei wurde Anfang des Jahres 1973 in den Dienst des Landes übernommen. Der damalige Polizeipräsident Paul Rau verlor damit seine Doppelfunktion: Das Amt für öffentliche Ordnung verblieb bei der Stadt Stuttgart, der Polizeipräsident wurde Chef der Vollzugspolizei. Mit dem Wechsel der Polizei von der Stadt zum Land verloren die kommunalen Polizisten ihre blaue Uniform und tauschten sie gegen das landeseinheitliche grüne Tuch. Die anfänglichen Befürchtungen der Beamten, sie könnten nicht mehr selbständig arbeiten, hat sich nicht bewahrheitet. Die Stuttgarter Polizei entwickelte sich gemeinsam mit der Landespolizei zu einer modernen und effektiven Polizei.
Rechtlich wirksam wude der Wechsel des Dienstherrn zum 1. Januar 1973. Die offizielle Übergabe wurde aber erst am 15. Januar 1973 vollzogen. Der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett übergab im Großen Sitzungssaal des Rathauses "seine Polizei" an Innenminister Karl Schiess. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Verstaatlichung war allerdings, dass der Stuttgarter Polizei der unmittelbare Dienstweg zum Innenministerium eröffnet wurde. Begründet wurde dies mit den besonderen polizeilichen Anforderungen in der Landeshauptstadt. Mit der damaligen Landespolizeidirektion Stuttgart II entstand die größte staatliche Behörde in Baden-Württemberg. Sie war den anderen Landespolizeidirektionen Stuttgart I, Freiburg, Karlsruhe und Tübingen gleichgestellt. Der jetzige Dienstsitz im alten Robert-Bosch-Krankenhaus an der Hahnemannstraße wurde erst einige Jahre nach der Verstaatlichung im April 1978 bezogen.
Mit der Umsetzung der Verwaltungsreform wurde die Landespolizeidirektion Stuttgart II am 1. Mai 2005 in Polizeipräsidium umbenannt. Die direkte Anbindung an das Innenministerium blieb unangetastet.
Das alte Robert-Bosch-Krankenhaus
Vielen Stuttgartern ist das Polizeipräsidium in den Weinbergen am Pragsattel noch unter anderem Namen bekannt: das alte Robert-Bosch-Krankenhaus.
Der Unternehmer Robert Bosch, Anhänger und Förderer der Homöopathie, hatte den Bau der Klinik finanziert. Es wurde an der Hahnemannstraße, benannt nach dem Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann, gebaut und am 10. April 1940 eröffnet. Es war das erste Robert-Bosch-Krankenhaus und von der Eröffnung 1940 bis zum Umzug 1973 in den Neubau auf der Bergheide die größte und wichtigste homöopathische Klinik in Deutschland.
Erst 1978, fünf Jahre nach der Verstaatlichung der Polizei, wurde das alte Robert-Bosch-Krankenhaus Dienstsitz der Polizei.
Bis zu seiner Renovierung im Jahr 2008 war das Gebäude jahrzehntelang äußerlich fast unverändert geblieben (Quelle: www.von-zeit-zu-zeit.de; www.rbk.de; www.samuel-hahnemann-stiftung.de).