Zur Polizeireiterstaffel gehören 34 Beamtinnen und Beamte sowie 25 Pferde. Das Dienstgebäude mit Stallungen und Reitbahn liegt außerhalb Stuttgarts in Ostfildern.
Bei täglichen Streifen in der Stuttgarter Innenstadt und in den weitläufigen städtischen Grünanlagen sorgen die Polizisten zu Pferd für mehr Sicherheit auf Straßen und Plätzen.
Die Polizeireiter bestreifen Wald- und Feldgebiete der ganzen Gemarkung Stuttgart. Außerdem sind sie in den Bereichen Umweltschutz und Verkehr eingesetzt. Die Polizeireiter werden zu besonderen Ensätzen, Veranstaltungen und zum Objektschutz auch außerhalb der Landeshauptstadt angefordert, da der Einsatzwert einer berittenen Einheit einen anerkannt hohen Stellenwert hat.
Bei Großveranstaltungen, wie zum Beispiel bei Demonstrationen oder Fußballspielen, haben die Polizeireiter „Platzvorteil“. Die gute Übersicht von oben ermöglicht ihnen, Brennpunkte frühzeitig zu erkennen. In der Regel hat der moderne Großstadtmensch vor einem Pferd Respekt. Dies schafft oft schon die Distanz, die notwendig ist, um in Massenveranstaltungen Ordnung zu bringen.
Die Pferde
Die Pferde stammen vorwiegend aus der Warmblutzucht des Württembergischen Haupt- und Landgestüts Marbach.
Sie werden im Alter von zweieinhalb bis drei Jahren direkt beim Gestüt gekauft und anschließend von den Polizisten zugeritten und für den Dienst ausgebildet. Ausgewählt werden widerstandsfähige, mutige, feinfühlige Pferde mit einem angenehmen und ruhigen Charakter – Tiere, die für den Polizeidienst besonders geeignet sind.
Die Ausbildung der Pferde
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit werden die Pferde behutsam angeritten. Haben sie erst einmal eine gewisse Sicherheit unter dem Sattel erreicht, beginnt neben der Dressurausbildung auch die Ausbildung im Gelände sowie die Gewöhnung an den Straßenverkehr. Ziel der Ausbildung ist nicht, sportliche Höchstleistungen zu erreichen, sondern die Pferde für die speziellen Anforderungen im Polizeialltag zu trainieren. An die Nervenstärke und den Gehorsam der Tiere werden höchste Ansprüche gestellt. Nur so können sie sich bei Streifen und Einsätzen sicher im Verkehr und in Menschenmengen bewegen.
Knallkörper, rasselnde Blechbüchsen, flatternde Fahnen, Luftballons und vieles mehr sind fester Bestandteil der Ausbildung.
Von Natur aus ist ein Pferd ein Fluchttier. Deshalb ist es schwierig, die Pferde an angsteinflößende Einflüsse zu gewöhnen.
Bei den Polizeipferden ist es besonders wichtig, dass sie trotz ihrer Reaktion beherrschbar bleiben und sich nach aufregenden Situationen schnell wieder beruhigen. All dies kann nur durch ein großes Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter erreicht werden.Die Polizeipferde stehen nach der etwa eineinhalb Jahre dauernden Grundausbildung in ständigem Training. Beweglichkeit, Kondition und Ausbildungsstand eines Pferdes werden immer wieder überprüft und verbessert.