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„COP-ART“ UND POLIZEIWIRKLICHKEITEN 

Ökumenische Jahrestagung der Kirchlichen Arbeit in der Polizei

 

Heidelberg. „Unterwegs in den Wirklichkeiten der Polizei“ – unter diesem Titel beschäftigten sich Polizisten und Polizeiseelsorger vom 19. bis 21. Juni in Heidelberg mit den zunehmenden Herausforderungen der alltäglichen Polizeiarbeit. Auch das Thema Gewalt und Fußball ist ein Schwerpunkt auf der Ökumenischen Jahrestagung der Kirchlichen Arbeit in der Polizei.  

Teil der Tagung ist eine ungewöhnliche Kunstaktion im öffentlichen Raum: An prominenten Stellen der Heidelberger Altstadt werden zehn von Künstlern gestaltete, lebensgroße Polizeifiguren aufgestellt. Die Ausstellung „Polizei mit anderen Augen“ war zuvor in mehreren Polizeipräsidien und -direktionen in Baden unterwegs. Polizei, Kunst und Kirche verbinden sich in den Figuren auf besondere Weise: Sie sollen Gefahren für die seelische und körperliche Gesundheit von Beamtinnen und Beamten durch Verfremdung sichtbar machen.  

Viele Polizistinnen und Polizisten haben sich von der Wanderausstellung ansprechen lassen oder wurden zu Fragen und Anmerkungen inspiriert. Die rund 60 Teilnehmer der Tagung wollen bei einer Kunstwanderung über diese „Cop-Art“ diskutieren und mit Passanten ins Gespräch kommen.

Am Mittwochabend (20. Juni) steht eine „Nächtliche Streife mit anderen Augen“ durch die Heidelberger Altstadt auf dem Programm. Am Donnerstag unternehmen die Tagungsteilnehmer eine „Exkursion in die Wirklichkeiten der Fanpolizisten“ in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim. Dort geht es um „Fanfreude und Exzesse, Fans und Spieler mit Migrationshintergrund“.  

„Die Wirklichkeiten des Polizeiberufs sind so vielfältig, widersprüchlich und emotional wie unsere Gesellschaft“, sagt der Leiter der Polizeidirektion Heidelberg, Bernd Fuchs. Die Tagung solle verdeutlichen, dass sich die Kirche mit diesen Wirklichkeiten beschäftige, betont Kirchenrätin Monika Zeilfelder-Löffler von der veranstaltenden Evangelischen Landeskirche in Baden.  

So sorge die Strukturreform der Polizei in Baden-Württemberg bei vielen Beamtinnen und Beamten für Verunsicherung, erklären der Landespolizeipfarrer der badischen Landeskirche, Bernhard Goetz, und der katholische Polizeidekan Bernhard Metz (Freiburg). Der Leitende Kriminaldirektor Fuchs verweist zudem darauf, dass die Polizei immer mehr „zur Reparaturwerkstatt gesellschaftlicher Probleme“ werde. „Die alltägliche Gewalt, denen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte ausgesetzt sind, wird immer massiver und für Körper und Seele belastender.“  

Die Polizeiseelsorger sind da, um den Polizistinnen und Polizisten beim Umgang mit diesen Belastungen zu begleiten, wie Zeilfelder-Löffler sagt. Darüber hinaus stehen sie den Beamtinnen und Beamten bei der Verarbeitung schwerer Situationen bei, wie der Überbringung einer Todesnachricht. Sie sehen in den Beamtinnen und Beamten den Menschen hinter der Uniform.  

An der Tagung in Heidelberg nehmen Polizisten und Polizisten teil sowie die Polizeiseelsorgerinnen und Polizeiseelsorger der vier Kirchen in Baden-Württemberg: der badischen und der württembergischen Landeskirche sowie der Diözese Rottenburg und der Erzdiözese Freiburg. Alle fünf Polizeipräsidenten des Landes und Landespolizeipräsident Wolf Hammann sind beim Empfang zur Auftakt der Veranstaltung am Dienstag dabei. „Das zeigt, dass die Arbeit der Kirchen in der Polizei geschätzt wird“, betont Zeilfelder-Löffler.

 Redaktionen:

- das Programm der Tagung finden Sie im Internet unter: www.ekiba.de/xxxx

- Medienvertreter sind beim Empfang zum Auftakt der Tagung willkommen

- ein Interview mit Landespolizeipfarrer Goetz über Gewalt in den Stadien

finden Sie unter www.ekiba.de/xxx