Schriftgrößen: klein | mittel | groß    Kontrast: normal | hoch

Startet die Suche
Polizeidirektion Freiburg
Wir über uns
Berufsinfo
Prävention
Fahndung
Internetwache
Presse
Impressum
Polizei BW
  
Polizeidirektion Freiburg > Seiten > Festnahme.aspx  

Startseite > Polizeidirektion Freiburg
 
27.05.2011: Pfaffenweiler/Markgräflerland und Freiburg: Nachtrag zu: Tötungsdelikt in Pfaffenweiler – Festnahme eines Tatverdächtigen  

Zusammenfassung des Pressegesprächs vom heutigen Tage

Drittmeldung vom 27.05.2011, 14:16 Uhr: 

Wir bedanken uns für das Interesse der Medienvertreter an unserem heutigen Pressegespräch und fassen hier die wesentlichen Aussagen / Inhalte nochmals zusammen: 

Kriminaldirektor Bernd Belle, Leiter der Kriminalpolizei Freiburg:

-              Kriminalpolizei wurde über einen Sachverhalt in Pfaffenweiler informiert, der sich bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme als ein Tötungsdelikt darstellte (Kopfschussverletzung).

-              Kurze Zeit später waren Kriminaltechniker und Mitarbeiter des Instituts für Rechtsmedizin Freiburg mit der intensiven Tatortarbeit beschäftigt.  

-              Mehrere Ermittlungsteams waren mit einer intensiven Haus- und Nachbarschaftsbefragung sowie Umfeldermittlungen beauftragt worden. 

-              Erste Ermittlungsergebnisse ergaben einen möglichen Tatverdacht gegen einen 71-jährigen Mieter des betreffenden Anwesens. 

-              Nach diesem wurde intensiv gefahndet, auch unter Hinzunahme eines Polizeihubschraubers. 

-              Ein möglicher Suizid bzw. weitere Straftaten waren nicht auszuschließen. Die Tatwaffe war zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden bzw. sichergestellt. Es musste davon ausgegangen werden, dass der mögliche Tatverdächtige die Waffe noch bei sich führt und somit immer noch eine akute Gefährdungslage bestand. 

-              Mehrere „Anlaufadressen“ wurden verdeckt überprüft. Darunter auch ein Campingplatz nahe dem Silbersee bei Freiburg. Dort wurde der Tatverdächtige kurz vor 15:00 Uhr von Beamten einer Spezialeinheit der Landespolizeidirektion Freiburg angetroffen und überwältigt (siehe hierzu Ausführungen Leitender Kriminaldirektor Edmund Reichenbach). 

-              Weitere Ermittlungen werden intensiv mit sehr hohem Personalansatz auch über das bevorstehende Wochenende fortgeführt. 


Leitender Kriminaldirektor Edmund Reichenbach, Leiter des Referats Kriminalitätsbekämpfung beim Regierungspräsidium Freiburg, Landespolizeidirektion:

-              Eine Spezialeinheit der Landespolizeidirektion Freiburg war von der Polizeidirektion Freiburg angefordert und in die Lage eingewiesen worden (Personenbeschreibung, Lichtbild). 

-              Kurz vor 15:00 Uhr konnte der dringend Tatverdächtige beim Silbersee angetroffen und angesprochen werden. Zuvor war die Person aus einem Gebüsch auf seinen parkend abgestellten Motorroller zugelaufen. 

-              Die Festnahmeeinheit war sich beim Ansprechen des 71-Jährigen sicher, dass es sich um die dringend tatverdächtige Person handelte.

-              Diese führte verdeckt im Hosenbund (im Bereich des Rückens) die Schusswaffe mit sich, zog nach dem Ansprechen die Schusswaffe und richtete sie gezielt auf einen der Beamten.

-              Dieser gab gezielt zwei Schüsse auf den Oberkörper des Angreifers ab, um ihn handlungsunfähig zu machen.

-              Bei dem Schützen handelt es sich um einen sehr erfahrenen Beamten, der auch in der Schießausbildung tätig ist.

-              Bei der Schusswaffe des Täters handelt es sich um eine Percussionswaffe, Kal. 44. Wie die späteren Untersuchungen ergaben, war die Waffe geladen und schussbereit!

-              Rechtliche Bewertung: Die Waffe kann von Erwachsenen legal erworben werden. Zum Führen der Waffe und zum Erwerb der Munition bedarf es einer behördlichen Erlaubnis. Diese lag nicht vor.

-              Zustand des Betroffenen: derzeit ohne Bewusstsein, jedoch stabil, keine Lebensgefahr. Eine Vernehmungsfähigkeit ist noch nicht gegeben. Besonders erwähnenswert: Beamte der Festnahmeeinheit haben den Getroffenen bis zum Eintreffen des medizinischen Fachpersonals reanimiert.

-              Eine solche Situation ist auch für eine Spezialeinheit nicht alltäglich. Die Beamten, insbesondere der Schütze, werden intensiv betreut.

-              Eine weitere Spezialeinheit der Landespolizeidirektion Freiburg ermittelt den Komplex Silbersee. Den Komplex Pfaffenweiler bearbeitet die Kriminalpolizei Freiburg. Beide Tatkomplexe werden sodann der StA Freiburg zur rechtlichen Bewertung vorgelegt werden. 


Oberstaatsanwalt Michael Mächtel, Staatsanwaltschaft Freiburg:

-              StA Freiburg geht davon aus, dass es sich bei dem Festgenommenen um den mutmaßlichen Täter des Tötungsdelikts von Pfaffenweiler handelt. 

-              Die StA ermittelt wegen Mordes, Totschlags, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Waffengesetz. 

-              Die StA Freiburg geht hinsichtlich der Festnahmesituation und der Schussabgabe durch den Polizeibeamten von einer Notwehrsituation aus.

-              Die Motivlage bzw. deren Hintergründe sind weitgehend noch im Unklaren. Im Raume stehen Mietstreitigkeiten und anderes. Die Ermittlungen diesbezüglich werden noch fortgeführt.

-              Auf Antrag der StA hat das Amtsgericht Freiburg inzwischen Haftbefehl erlassen. 

 

Zweitmeldung vom 27.05.2011, 9:45 Uhr: 

27.05.2011: Pfaffenweiler/Markgräflerland und Freiburg: 

Nachtrag zu: Tötungsdelikt in Pfaffenweiler – Festnahme eines Tatverdächtigen

Einladung zum Pressegespräch – Termin 27.05.2011, 13:00 Uhr 

Sehr geehrte Damen und Herren der Medien, 

wegen des Tötungsdelikts in Pfaffenweiler und der Festnahme eines Tatverdächtigen beim Silbersee, laden wir Sie für heute Nachmittag (27. Mai 2011), um 13.00 Uhr, zu einem Pressegespräch in die Polizeidirektion Freiburg, Heinrich-von-Stephan-Straße 4, Cafeteria, ein. 

Der Leiter der Kriminalpolizei Freiburg, Kriminaldirektor Bernd Belle, der Leiter des Referats Kriminalbekämpfung der Landespolizeidirektion Freiburg, Leitender Kriminaldirektor Edmund Reichenbach, und Herr Oberstaatsanwalt Michael Mächtel, Staatsanwaltschaft Freiburg, werden Sie über den Fall und die bisherige Entwicklung unterrichten. 

Mit freundlichen Grüßen 

Karl-Heinz Schmid
Pressestelle
Polizeidirektion Freiburg


 

Erstmeldung vom 26.05.2011, 15:53 Uhr: 

26.05.2011: Pfaffenweiler/Markgräflerland und Freiburg: 

Tötungsdelikt in Pfaffenweiler – Festnahme eines Tatverdächtigen

Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte - Großeinsatz für die Freiburger Kriminalpolizei 

Die Kriminalpolizei Freiburg befindet sich seit Donnerstagmorgen, kurz nach 8.00 Uhr, in einem Großeinsatz. Der Grund ist ein Tötungsdelikt, das sich in der Markgräflergemeinde Pfaffenweiler ereignet hat.

Dort war in einem Wohnhaus um 8.15 Uhr ein 75 Jahre alter Mann mit einer Schussverletzung tot aufgefunden worden. Kriminaltechniker und Mitarbeiter des Instituts für Rechtsmedizin der Uni Freiburg nahmen sofort die Spurensicherung in dem Wohnanwesen auf. Ermittler sind seither damit beschäftigt, den Sachverhalt zu erforschen. Hierzu wurde bei der Polizeidirektion Freiburg eine 40-köpfige Sonderkommission eingerichtet.

In den Fokus der Ermittler geriet sehr rasch ein 71 Jahre alter Mann, der sich kurz vor der Tat an der Tatörtlichkeit befunden haben soll. Eine intensive Suchaktion, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, führte dazu, dass der Motorroller des 71-Jährigen am Donnerstagnachmittag im Bereich Silbersee bei Freiburg sichergestellt werden konnte.

Während der Motorroller von zivilen Kräften der Freiburger Kriminalpolizei observiert wurde, kam der 71-jährige Mann kurz vor 15 Uhr hinzu. Es kam zu einer akuten Bedrohungssituation für die eingesetzten Ermittler. Dabei setzten die Beamten die Schusswaffe ein.  Der 71-Jährige wurde verletzt. Polizeibeamte kamen körperlich nicht zu Schaden. Die Ermittlungen der Freiburger Kriminalpolizei laufen auf Hochtouren.   

Hinweise nimmt die Kripo Freiburg rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0761/882-4884 entgegen.  

Es wird nachberichtet.