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30.01.2012: Seminar der Mitteleuropäischen Polizeiakademie (MEPA) 

Bereits im vierten Jahr in Folge führt die BPD Bruchsal im Auftrag des Innenministeriums und des Bereitschaftspolizeipräsidiums BW ein Sprachschulungsseminar für Mitglieder der Mitteleuropäischen Polizeiakademie (MEPA) durch.

Kriminalität macht bekanntlich weder an europäischen noch an anderen Nationalgrenzen halt. Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Verbrechensbekämpfung bildet eine möglichst optimale Kommunikation zwischen den hierfür zuständigen Behörden und Organisationen. Ein Handicap bilden dabei nicht selten Verständigungsprobleme aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Diese abzubauen, Kontakte zu knüpfen, die politischen und wirtschaftlichen Strukturen sowie die Kultur und Geschichte eines jeden Mitgliedslandes kennenzulernen, ist Aufgabe von speziellen MEPA-Kursen.

Im Zeitraum vom 30. Januar bis 10. Februar 2012 findet an der Polizeischule Bruchsal wieder ein solches international besetztes Seminar statt. Die zwei weiblichen und zehn männlichen Seminarteilnehmer aus Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien wurden heute vom Dienststellenleiter (Ltd. PD Manfred Häffner) und dem Leiter der Polizeischule (KD Hans-Peter Senk) im Konferenzraum der Polizeischule begrüßt.

Ltd.PD Häffner und Bürgermeister Ulli HockenbergerNeben einem überwiegend an polizeilichen Themen orientierten Deutschunterricht wird den Teilnehmern ein vielfältiges und interessantes Rahmenprogramm geboten. Geplant sind neben der Nutzung regionaler Kulturangebote ein Vortrag über die kommunale Selbstverwaltung in einer Gemeinde, die Besichtigung eines in Mittel- und Südosteuropa agierenden Wirtschaftsunternehmens aus Karlsruhe sowie der Besuch eines aus polizeilicher Sicht interessanten sportlichen Großereignisses.

OStRin Rösler, PSchLin Lauber und KD Senk begrüßen die Gäste

Der sich aus Schutz- und Kriminalbeamten des gehobenen und höheren Dienstes zusammensetzende Deutsch-Kurs orientiert sich stets an den Bedürfnissen und Kenntnissen der Teilnehmer. Neben Vorträgen mit anschließender Diskussion stehen sprachpraktische Seminarsequenzen mit Hörverständnisübungen, Rollenspielen, Kurzpräsentationen und anderen - vorwiegend die mündliche Kommunikation trainierenden - Übungsanteilen auf dem Programm.

Die Leitung des Kurses wurde wie in den Vorjahren in die bewährten Hände von OStRin Karin Rösler und PSchLin Irmgard Lauber vom Fachbereich 1 (Allgemeinbildung) gelegt.

Den Auftakt des Rahmenprogramms bildete am Nachmittag eine Begrüßung durch die Stadt Bruchsal. Bürgermeister Ulli Hockenberger informierte die aus Osteuropa angereisten Gäste über seine Heimatstadt und deren herausragende Sehenswürdigkeiten. „Wenn Sie da mal drin sind, wollen Sie nie mehr raus, so schön ist es darin“, schwärmte der Vertreter der Stadt vom Bruchsaler Schloss. Bevor sich Bürgermeister Hockenberger mit den besten Wünschen wieder von den Seminarteilnehmern verabschiedete, überreichte das stellvertretende Stadtoberhaupt noch umfangreiches Informationsmaterial über die Barockstadt.

 

MEPA kurz erklärt

Politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen Anfang der 90iger Jahre führen zur rasanten Entwicklung internationaler, transnationaler (Schwerst-) Kriminalität in Europa, die häufig im Kontext mit der Organisierten Kriminalität steht.

Die europäischen Polizeien treten diesen Entwicklungen verstärkt durch internationale, kooperativ gestaltete und organisierte rechtliche und personelle Maßnahmen entgegen. Die Bekämpfung der international operierenden Tätergruppierungen erfordert zunehmend international koordiniertes polizeiliches Handeln, dessen Vorbereitung, Durchführung und Erfolg nur von entsprechend ausgebildeten Polizei-/Kriminalbeamten gewährleistet werden kann.

In diesem Sinne bedarf es gezielter Fortbildungsmaßnahmen, die von den Staaten Mitteleuropas in gemeinsamer, gleichberechtigter Abstimmung geplant und durchgeführt werden. Neben den polizeipraktischen Nutzen im operativen und analytischen Bereich schafft eine aktive, dauerhafte Fortbildung auch ein gemeinsames Rollenverständnis, eine Berufsphilosophie, die für die Innere Sicherheit aller Staaten Mitteleuropas eine zwingende Voraussetzung zur Schaffung vergleichbarer Lebens- und Sicherheitsverhältnisse ist.

Die MEPA konzipiert und veranstaltet als gemeinsam getragene Bildungsinstitution Fortbildungsmaßnahmen für Führungskräfte des mittleren Polizeimanagements, die zumindest eine Ausbildung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst absolviert haben und über eine mehrjährige einschlägige Berufserfahrung verfügen.

Arbeitssprache der MEPA ist Deutsch.