
Dr. Hammann ließ den Werdegang von Jürgen Hirschle, der 1977 hier in Biberach seine Laufbahn bei der Polizei begonnen hatte, Revue passieren. Bei einem solchen Amtswechsel würden immer Fragen gestellt werden, wie: „Woher kommt der Neue? Was hat er vorher gemacht? Was ist er für ein Mensch? Wo liegen seine Stärken, was hat er für Macken? Was wird sich ändern“? Er könne allen Mitarbeitern nur sagen: „Freuen Sie sich auf Ihren neuen Dienststellenleiter. Herr Hirschle hat in den vergangenen Jahren hart und gut für dieses Amt gearbeitet, aber es ist der Charakter des Menschen, der diesen Verdiensten ihr eigentliches Gewicht gibt. Er hat wegweisende Projekte, wie „Gib Acht im Verkehr“ auf den Weg gebracht und auch die strukturellen Änderungen der Bereitschaftspolizei aktiv mit gestaltet, ist dabei aber immer bescheiden geblieben und hat seine Arbeitskraft in den Dienst der Sache gestellt“. An Jürgen Hirschle gewandt, schloss Dr. Hammann seine Ausführungen mit den Worten: „Sie haben bereits viel gestaltet! Gestalten Sie nun auch hier in Biberach. So innovativ, wie es die Zeit verlangt und so konservativ, dass es der Dienststelle und den Menschen hier gerecht wird. Die Herausforderung wird sicherlich sein, die in Göppingen auf den Weg gebrachten Reformen nun auf Biberach zu übertragen, sie allerdings so anzupassen und zu leben, dass sie den hiesigen Verhältnissen und Menschen gerecht werden“.
Bei seiner Begrüßung ging der Direktor der Bereitschaftspolizei, Thomas Mürder, darauf ein, dass sich Jürgen Hirschle bereits in vielen Funktionen bewährt habe, zuletzt sei er sechs bewegte Jahre Chef der Göppinger Bereitschaftspolizei gewesen und hinterlasse dort ein „gut bestelltes Haus“. In Biberach würden ihn vertraute Aufgaben, aber auch neue Herausforderungen erwarten. Ein neuer Dienststellenleiter bringe sicherlich Veränderung, das wisse man und das sei in der Regel auch gut so. Aber wenn Bewährtes Bestand habe, sei das auch kein Fehler. Er wünschte Jürgen Hirschle, so wie vor Ihm schon Dr. Hammann, alles Gute und die sprichwörtliche „Glückliche Hand“ bei den anstehenden Vorhaben und Entscheidungen. Sein Dank galt auch dem Freizeitmusikkorps der Bereitschaftspolizei unter Leitung von Erich Steiner, das die Feier würdig umrahmte. Es komme nicht oft vor, dass ein Orchester, die Musiker kommen hauptsächlich aus Biberach und Göppingen, gleichzeitig seinen alten Dienststellenleiter verabschieden und als neuen Chef wieder begrüßen könne.

Oberbürgermeister Thomas Fettback Dr. Peter Egle
In seinem Grußwort hieß Oberbürgermeister Thomas Fettback den „Heimkehrer“ herzlich willkommen. Die Stadt sei stolz auf ihre Bereitschaftspolizei, die mit der Fachhochschule die wichtigste Ausbildungsstätte und neben der Polizeidirektion ein verlässlicher Partner in Einsatzfragen sei. „Wir haben künftig bestimmt viel Gelegenheit zu mannigfaltigen Kontakten, sei es am Schützenfest, in der sensiblen Beziehung zur Kanalinsel Guernsey, bei diversen Sportereignissen, bei der Unterstützung in Schadensfällen oder wenn ich die BPD Biberach in zwei Wochen mit dem gesamten Gemeinderat und der Verwaltungsspitze besuchen werde“, so Fettback. Als Geschenk überreichte er ihm als „Buch der Bücher“ ein solches über das Biberacher Schützenfest.
Auch Dr. Peter Egle als Vertreter von Landrat Dr. Heiko Schmid freut sich auf eine Weiterführung der bisherigen guten Zusammenarbeit, wie z.B. im Katastrophenschutz. Anhand einer Kreiskarte verdeutlichte er anschaulich, dass das Gelände der Bereitschaftspolizei genau den Mittelpunkt der Landkreisfläche darstellen würde. „Der Lankreis ist genau hier im Gleichgewicht. Ich wünsche Ihnen, dass Sie dieses stets wahren können“, so Dr. Egle.

Polizeidirektor Jürgen Hirschle bedankte sich bei allen Rednern für die lobenden Worte. Dies mache ihn schon ein wenig stolz. Für ihn sei es ein längerer Entscheidungsprozess gewesen, bis er sich für die Bewerbung nach Biberach entschlossen habe. In Göppingen sitze man schließlich direkt am Puls der Bereitschaftspolizei, habe dort neben den drei Kaiserbergen Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen seinen eigenen Hausberg und Feldherrnhügel, den Rigi und eine hoch motivierte Belegschaft. Aber, auch das Lindele, ein großer Schulstandort Biberach und, nicht zuletzt, Oberschwaben und die Stadt Biberach haben mich gelockt, so Hirschle. Er freue sich auf seine neue Aufgabe, auf die Dienststelle und seine Belegschaft, die er zu Teilen bereits aus früheren Zeiten, aus Arbeitsgruppen und dem letztjährigen NATO-Einsatz kenne. Er wolle sicher nicht aus Biberach ein zweites Göppingen formen, zumal er schon nach wenigen Stunden von den Besonderheiten dieses Standortes angetan sei. Er wolle mit allen Mitarbeitern so schnell wie möglich ins Gespräch kommen und jederzeit ein offenes Ohr für ihre Anliegen haben.
In dieser schnelllebigen Zeit seien Visionen gefragt, die Dienststellen der Bereitschaftspolizei waren bisher sehr innovativ und vorwärts gerichtet mit einer enormen Leistungsfähigkeit als Dienstleister in vielerlei Hinsicht. „Halten Sie mit Ihren Ideen nicht hinter dem Berg“, so Hirschle zu seinen neuen Mitarbeitern. Aber auch über die Arealgrenzen hinaus strebe er eine gute Zusammenarbeit an, sei es mit den Polizeidienststellen der Landespolizei oder den Behörden. Für die Bürger wolle er gerne die Pforten öffnen und diesen einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen.
Beruflicher Werdegang
01.07.1977 Einstellung bei der Bereitschaftspolizei in Biberach
Nach Ausbildung Gruppenführer und Verkehrsrechtslehrer
bei der 3. BPA Biberach
1982 – 1984 Studium gehobener Dienst
Danach diverse Funktionen bei der PD Ulm,
PD Ravensburg und PD Friedrichshafen
1993 – 1995 Studium höherer Dienst
Danach Leiter der Schutzpolizei bei der PD Biberach
(bis November 1997)
01.12.1997 Referent im IM BW –LPP-, Referat 31 (Verkehr)
01.04.2004 Leiter der 2. BPA Göppingen – jetzt BPD Göppingen
26.03.2010 Leiter der BPD Biberach